Das geheime Kamerun Fotografien von Henning Christoph Soul of Africa Museum

Vernissage, 1. Oktober, 20 Uhr Ausstellung, 1. Oktober - 20. November 2016

Henning Christoph auf der Suche nach dem Wissen Afrikas


Henning Christoph geboren 1944 in Grimma bei Leipzig. 1950 wandert die Familie in die USA aus. Studium der Ethnologie und Journalistik in Washington D.C. Während des Studiums arbeitet er als Polizei-Reporter in New York. 1967 kehrte er nach seinem Diplom nach Deutschland zurück und absolvierte ein zweijähriges Studium der Fotografie bei Otto Steinert an der Folkwang-Schule in Essen. Seit 1969 ist er als freischaffender Photojournalist tätig. Er zählt zu den großen Reportage-Fotografen und arbeitet u.a. für Life, Time, Newsweek, New York Times, Figaro, Stern und Geo.


Er war der erste internationale Fotograf, der den Nordirland Konflikt dokumentierte. Für seine Reportagen erhielt Henning Christoph sechs World Press Awards. Seine Arbeiten beschäftigen sich immer um Themen wie Kulte, Religionen, Randgruppen, Minderheiten, Migranten und gesellschaftliche Konflikte. In den letzten 40 Jahren hat er unzählige Male in verschiedenen afrikanischen Ländern photojournalistisch und ethnografisch gearbeitet. Der Fokus lag hauptsächlich bei den Themen Magie und Heilung in West- und Zentral Afrika. Parallel zu seiner Arbeit als Fotograf und Filmemacher baute er nach und nach das international renommierte Museum zum Thema: Voodoo, Magie und Heilung, SOUL OF AFRICA, in Essen auf.


Seit 2008 beschäftigt sich Christoph intensiv mit den Geheimgesellschaften in Oku, einem Königreich hoch in den Bergen von Nordwest-Kamerun. Nachdem Christoph das Vertrauen des regierenden Oku Königs gewonnen hatte, wurde er in verschiedene Geheimgesellschaften eingeführt. Gemeinsam mit dem König von Oku errichtet er derzeit vor Ort ein kleines Museum mit dem Namen „SOUL OF OKU“, welches dieses Jahr eröffnet wurde.


Oku liegt 2.600 Meter hoch und gilt in ganz Zentralafrika als magischer Ort. Dort begann Christoph vor acht Jahren seine Dokumentation. Christoph wurde aufgenommen in geheime Ngang (Medizin)Gesellschaften und in den Kwifon, die mächtige Geheimgesellschaft des Königs. In Oku ist dies eine sehr große Auszeichnung. Europäer werden in der Regel hier nicht zugelassen. Christoph hat bereits das „Trinkhorn“ vom König verliehen bekommen, was ihn den Status von „Fai“ oder Ältesten verleiht. Mit dieser Auszeichnung öffneten sich alle Geheimgesellschaften für ihn.

Christoph dokumentiert auch eine Gruppe von Baka Pygmäen mit denen er befreundet ist und deren Vertrauen er genießt. Er dokumentiert die geheimen Rituale der Heilungszeremonien in Camps tief im Regenwald. Durch die Abholung des Regenwaldes verlieren die Pygmäen, einer der ältesten Völker der Erde, ihren Lebensraum. Christoph gibt ihnen durch seine Arbeit eine Stimmen in der Welt.

Christoph arbeitet an weiteren Aspekten von Geheimgesellschaften. Vor acht Jahren entdeckte er eine, die es seit 1910 angeblich gar nicht mehr geben soll. Die Bulu-Fong Ngui Gesellschaft, die den Gorilla als Gott verehrt. Christoph ist auch hier wieder der einzige Außenseiter, der je diese Gesellschaft gesehen und fotografiert hat. Der Deutsche Ethnologe Günter Tessmann hat diese Gesellschaft 1910 mit der letzten deutschen Expedition vergeblich gesucht. Christoph entdeckte sie im Jahr 2008. Er arbeitet derzeit an einem Buch und einer Ausstellung zu diesem Geheimbund. Christoph schrieb in sein Tagebuch: „Am 8. Februar 2008 flog ich nach Kamerun, und wusste nicht was mich erwarten würde. Aus ethnologischer Sicht war ich auf eine Sensation gestoßen. Als erster Forscher konnte ich einer seit 100 Jahren tot geglaubten und noch nicht dokumentierten Zeremonie beiwohnen und diese auch noch fotografieren. Somit konnte ich das einzige Zeugnis dass diese Geheimgesellschaft existierte und noch existiert, erstellen“.

Das vierte Kamerun Thema war und ist noch immer das Volk der Kotoko und ihre Putchu Guinadji (Kotoko Krieger oder Reiter) . Kleine Bronze, Kupfer oder Silber Pferde und Reiter die verwendet werden als Talismane gegen Hexerei und Wahnsinn. Die Kotoko leben im extremen Norden von Kamerun am Chad See. Kotoko sind ein islamisches Volk, werden aber als Abrünnige angesehen wegen verwendeter Talismane. Christoph war der Erste, der die Zeremonien dokumentieren konnte, was derzeit jedoch wegen Boko Haram nicht mehr möglich ist.


Christoph fotografiert sein Kamerun Thema ganz konventionell mit einer analogen Leica M4 und Tri-X Film.

Foto: © Henning Christoph

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Prof. Gert Chesi

Der 1940 in Schwaz geborene Gründer des Museums und Stifter einer umfangreichen Sammlung Gert Chesi ist Fotograf und Filmemacher, Journalist und Autor.

Gert Chesi & das MdV

1960 gründet er den ersten Jazzclub Westösterreichs „Studio 12“ in Schwaz, der später unter dem Namen „Eremitage“ bis heute als Konzertort und Restaurant bekannt wird. Nach einer langen  Reise durch Afrika, der Veranstaltung von Musik- und Kulturfestivals in Schwaz und journalistischen Tätigkeiten für lokale, überregionale Medien und dem ORF, verbringt Chesi 1964 mehrere Monate im afrikanischen Spital von Albert Schweitzer. Neben Veröffentlichungen über Lambarene, Publikationen wie dem bekannten Werk „Die letzten Afrikaner“, beginnt seine Sammlertätigkeit. Weitere Reisen nach Indien, Afrika und Amerika folgen. In den 70er und 80er-Jahren richtet Chesi mehrere Foto-Ausstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus und hält Vorträge in mehreren Ländern Europas. Nach einer Reise auf die Philippinen erscheint der Band „Geistheiler auf den Philippinen“. Umfangreichen Studien zum Thema Voodoo in Afrika und Haiti folgen Publikationen wie der in mehreren Sprachen übersetzte Bildband „Voodoo – Afrikas geheime Macht“, „Die Medizin der schwarzen Götter“, aber auch 1983 „Susanne Wenger – ein Leben mit den Göttern“. 

 

Ab 1984 ist Chesi Lehrbeauftragter an der Universität Innsbruck und unterrichtet Fotografie am Institut für Raumgestaltung. In den späten 80er und den 90er-Jahren reist Chesi nach Togo aber vor allem auch nach Bali, Thailand, Indien und Brasilien, wirkt in mehreren Ausstellungsprojekten mit und verkauft 1988 dem Völkerkundemuseum Frankfurt sein ethnografisches Fotoarchiv.

 

 

1995 wird das „Haus der Völker“ eröffnet, das die umfangreiche Sammlung Chesis aus Westafrika und Südostasien zeigt. Bis zum Umbau 2012 werden im Museum jährlich Sonderausstellungen eröffnet und zahlreiche Vorträge zu ethnologischen Themen gehalten. Chesis Reisetätigkeit führt ihn weiterhin nach Westafrika und Südostasien, seine Sammlungsankäufe sowie Ausstellungen mit Exponaten anderer Sammler werden im Museum gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Völkerkundemuseum Hamburg und Berlin entstehen Ausstellungen außerhalb des eigenen Hauses. Neben weiteren Buchpublikationen produzierte Chesi seit 2013 fast 40 Dokumentarfilme, die eine wesentliche Quelle für die von ihm gesammelten Objekte bilden.

1999 wird das Museum mit dem Tiroler Museumspreis ausgezeichnet, Chesi erhält das Ehrenzeichen der Stadt Schwaz und 2001 den Berufstitel Professor. 

Mit Gerhard Merzeder veröffentlicht Chesi ab 2005 16 Ausgaben des deutschsprachigen Magazins für außereuropäische Kunst „A4“ sowie einen Bildband über die Nok-Kultur.

2013 wird das „Museum der Völker“ in einem durch das Land Tirol und der Stadt Schwaz finanzierten Neubau eröffnet. Chesis Sammlung, aber auch Objekte der Sammlung Schell aus Graz (ehemals auch Sammlung Chesi) und weitere werden präsentiert.

2016 übergibt Chesi rund 950 Objekte sowie etwa 600 Bücher der Stadt Schwaz als Schenkung. 

Gert Chesi - Filmografie

Gert Chesi hielt in bisher ca. 40 veröffentlichte Filmen seine reisen, spirituellen Rituale und Feste, sich verändernde Gesellschaften, Berufsgruppen, Kunstschaffende … fest. Chesi Filmografie, die nach der Schenkung seiner umfangreichen Sammlung an die Stadt Schwaz jährlich weiter anwächst, dokumentiert den Blick des Sammlers und offenbart seine Sicht auf afrikanische und asiatische Lebensweisen.

Alle Filme sind als DVD im Museumsshop des Museums der Völker verfügbar (Preis € 12,-)

Gerne sende wir Ihnen die DVD auch per Post zu. Ihre Bestellungen richten Sie bitte an info@museumdervoelker.com

ASIEN

– Königsstäde Asiens – Laos, Vietnam, Kambodscha

– Asien im Fest / Teil 1

– Asien im Fest / Teil 2

– Burma / Teil 1

– Burma / Teil 2

– Burma / Teil 3

– Chinatown Bangkok

– Miao – Eine Zeitreise

– Leben und Tod auf Bali

– Buddha in schlechter Gesellschaft

– Buddhas Glanz und Elend

– Buddhas unfolgsame Kinder / Teil 1

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– Buddhas unfolgsame Kinder / Teil 3

– Das Lieder der Straße / Teil 2

– Die Farben Indiens / Teil 1

– Die Farben Indiens / Teil 2

– Die Geschichte der Ning

– Feste und Maskenkulte in Indien

– Indonesien: Bali, Flores, Sumba

– Indonesien: Batak, Toraja, Sumba

– Indonesien: Java, Alor, Sumatra, Mentawai

– Indonesien: Sumatra, Nias, Sulawesi

– Tanzende Schatten – Puppentheater in Thailand

AFRIKA

– African Connection

– Afrika im Fest / Teil 1 Togo

– Afrika im Wandel 1

– Afrika – Menschen, Mythen, Traditionen

– Afrika im Wandel 2

– Alice Mettler – Mein Leben in Afrika

– Äthiopien – Eine Zeitreise

– Das Lied der Straße / Teil 1

– Die Friseurinnen von Avepozo

– Die Irre von Avepozo

– Die Medizin der schwarzen Götter / Teil 1

– Die Medizin der schwarzen Götte / Teil 2

– Künstlerportäts Afrika

– Made in Africa

– Togo im Tanz

– Voodoo – Die Magier der Erde

– Das Voodoo-Tagebuch