Ausstellung, 26. Juli – 15. November 2014

Monatelange Reisen durch Afrikas entlegenste Gebiete führten den Fotografen Mario Gerth aus dem dritten Jahrtausend hinaus in eine andere Welt – eine anmutige Welt, in der die Natur Würde und Eleganz in die Gesichter ihrer Menschen vererbt hat. Entstanden aus den Reisen ist eine Sammlung intimer Portraits, lebendiger Fotografien der letzten Nomaden und Halbnomaden eines Erdteils. Unzählige Generationen haben hier eine befremdende Schönheit entstehen lassen, in einer Vielfalt und Natürlichkeit, die unsere uniformierte Gesellschaft vermisst. Geschliffen durch den Willen der Natur – durch Wüsten, Dschungel und Savannen – haben die letzten ursprünglichen Bewohner des Kontinentes einzigartige Züge angenommen. Die Kollektion „Söhne und Töchter des Windes“ ist eine atemberaubende Hommage an Afrika und seine Völker. Uralte Riten, Sagen und Zyklen leiten den uralten Lebensweg der Nomaden und Halbnomaden hier. Das Werden und Vergehen ist bestimmt durch die Erzählungen der Ahnen. Der Drang nach Neuem weicht dem Stolz einer Jahrhunderte alten Tradition.


Mario Gerths Reisen als Radnomade, Journalist oder Fotograf haben ihn in mehr als 77 Länder auf 5 Kontinenten getragen. Er war Zeuge von Bürgerkrieg, Armut, Diktatur und Gewalt – aber viel öfter war er zu Gast in einer Welt, die sich durch anmutige Schönheit charakterisiert und viel lieber zu Besuch bei Menschen, deren kulturelle Erhabenheit und Seelenstärke einzigartige Züge angenommen haben. Gerths Fotografien wurden in internationalen Ausstellungen gezeigt und in unzähligen Magazinen veröffentlicht. Heute arbeitet er als Banker – in Teilzeit – in Deutschland und als Fotograf / Journalist in Afrika. Die Zeitschrift „Die Zeit“ bezeichnet ihn treffend als “Der Weitenwechsler”. 
Aktuell konzentriert sich sein Arbeiten auf einen Kontinent. Monatelange Reisen durch Afrikas entlegenste Gebiete führten den Fotografen aus dem dritten Jahrtausend hinaus in eine andere Welt – eine anmutige Welt, in der die Natur Würde und Eleganz in die Gesichter ihrer Menschen vererbt hat. 
Um die Natürlichkeit der Nomadenvölker und ihr Leben zu portraitieren, ist der Weltenbummler jahrelang durch Afrika gereist, zuletzt 24 Monate mit dem Fahrrad von Kapstadt nach Kairo. Hunderte von Kilometern zu Fuß, per Boot oder Jeep, in alle vier Himmelsrichtungen, allein oder in Begleitung seines Freundes und Partners John auf der Suche nach dem Afrika seiner jungen Imagination – wild, aber wunderschön.
 Gerth hat sein Afrika gefunden. Entstanden aus seinen Reisen ist eine Sammlung intimer Portraits, lebendiger Fotografien eines großartigen Kontinentes. Unzählige Generationen und der Geist der Natur haben hier eine befremdende Schönheit entstehen lassen, in einer Vielfalt und Natürlichkeit, die unsere uniformierte Gesellschaft vermisst.

Fotografien von Mario Gerth
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Prof. Gert Chesi

Der 1940 in Schwaz geborene Gründer des Museums und Stifter einer umfangreichen Sammlung Gert Chesi ist Fotograf und Filmemacher, Journalist und Autor.

Gert Chesi & das MdV

1960 gründet er den ersten Jazzclub Westösterreichs „Studio 12“ in Schwaz, der später unter dem Namen „Eremitage“ bis heute als Konzertort und Restaurant bekannt wird. Nach einer langen  Reise durch Afrika, der Veranstaltung von Musik- und Kulturfestivals in Schwaz und journalistischen Tätigkeiten für lokale, überregionale Medien und dem ORF, verbringt Chesi 1964 mehrere Monate im afrikanischen Spital von Albert Schweitzer. Neben Veröffentlichungen über Lambarene, Publikationen wie dem bekannten Werk „Die letzten Afrikaner“, beginnt seine Sammlertätigkeit. Weitere Reisen nach Indien, Afrika und Amerika folgen. In den 70er und 80er-Jahren richtet Chesi mehrere Foto-Ausstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus und hält Vorträge in mehreren Ländern Europas. Nach einer Reise auf die Philippinen erscheint der Band „Geistheiler auf den Philippinen“. Umfangreichen Studien zum Thema Voodoo in Afrika und Haiti folgen Publikationen wie der in mehreren Sprachen übersetzte Bildband „Voodoo – Afrikas geheime Macht“, „Die Medizin der schwarzen Götter“, aber auch 1983 „Susanne Wenger – ein Leben mit den Göttern“. 

 

Ab 1984 ist Chesi Lehrbeauftragter an der Universität Innsbruck und unterrichtet Fotografie am Institut für Raumgestaltung. In den späten 80er und den 90er-Jahren reist Chesi nach Togo aber vor allem auch nach Bali, Thailand, Indien und Brasilien, wirkt in mehreren Ausstellungsprojekten mit und verkauft 1988 dem Völkerkundemuseum Frankfurt sein ethnografisches Fotoarchiv.

 

 

1995 wird das „Haus der Völker“ eröffnet, das die umfangreiche Sammlung Chesis aus Westafrika und Südostasien zeigt. Bis zum Umbau 2012 werden im Museum jährlich Sonderausstellungen eröffnet und zahlreiche Vorträge zu ethnologischen Themen gehalten. Chesis Reisetätigkeit führt ihn weiterhin nach Westafrika und Südostasien, seine Sammlungsankäufe sowie Ausstellungen mit Exponaten anderer Sammler werden im Museum gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Völkerkundemuseum Hamburg und Berlin entstehen Ausstellungen außerhalb des eigenen Hauses. Neben weiteren Buchpublikationen produzierte Chesi seit 2013 fast 40 Dokumentarfilme, die eine wesentliche Quelle für die von ihm gesammelten Objekte bilden.

1999 wird das Museum mit dem Tiroler Museumspreis ausgezeichnet, Chesi erhält das Ehrenzeichen der Stadt Schwaz und 2001 den Berufstitel Professor. 

Mit Gerhard Merzeder veröffentlicht Chesi ab 2005 16 Ausgaben des deutschsprachigen Magazins für außereuropäische Kunst „A4“ sowie einen Bildband über die Nok-Kultur.

2013 wird das „Museum der Völker“ in einem durch das Land Tirol und der Stadt Schwaz finanzierten Neubau eröffnet. Chesis Sammlung, aber auch Objekte der Sammlung Schell aus Graz (ehemals auch Sammlung Chesi) und weitere werden präsentiert.

2016 übergibt Chesi rund 950 Objekte sowie etwa 600 Bücher der Stadt Schwaz als Schenkung. 

Gert Chesi - Filmografie

Gert Chesi hielt in bisher ca. 40 veröffentlichte Filmen seine reisen, spirituellen Rituale und Feste, sich verändernde Gesellschaften, Berufsgruppen, Kunstschaffende … fest. Chesi Filmografie, die nach der Schenkung seiner umfangreichen Sammlung an die Stadt Schwaz jährlich weiter anwächst, dokumentiert den Blick des Sammlers und offenbart seine Sicht auf afrikanische und asiatische Lebensweisen.

Alle Filme sind als DVD im Museumsshop des Museums der Völker verfügbar (Preis € 12,-)

Gerne sende wir Ihnen die DVD auch per Post zu. Ihre Bestellungen richten Sie bitte an info@museumdervoelker.com

ASIEN

– Königsstäde Asiens – Laos, Vietnam, Kambodscha

– Asien im Fest / Teil 1

– Asien im Fest / Teil 2

– Burma / Teil 1

– Burma / Teil 2

– Burma / Teil 3

– Chinatown Bangkok

– Miao – Eine Zeitreise

– Leben und Tod auf Bali

– Buddha in schlechter Gesellschaft

– Buddhas Glanz und Elend

– Buddhas unfolgsame Kinder / Teil 1

– Buddhas unfolgsame Kinder / Teil 2

– Buddhas unfolgsame Kinder / Teil 3

– Das Lieder der Straße / Teil 2

– Die Farben Indiens / Teil 1

– Die Farben Indiens / Teil 2

– Die Geschichte der Ning

– Feste und Maskenkulte in Indien

– Indonesien: Bali, Flores, Sumba

– Indonesien: Batak, Toraja, Sumba

– Indonesien: Java, Alor, Sumatra, Mentawai

– Indonesien: Sumatra, Nias, Sulawesi

– Tanzende Schatten – Puppentheater in Thailand

AFRIKA

– African Connection

– Afrika im Fest / Teil 1 Togo

– Afrika im Wandel 1

– Afrika – Menschen, Mythen, Traditionen

– Afrika im Wandel 2

– Alice Mettler – Mein Leben in Afrika

– Äthiopien – Eine Zeitreise

– Das Lied der Straße / Teil 1

– Die Friseurinnen von Avepozo

– Die Irre von Avepozo

– Die Medizin der schwarzen Götter / Teil 1

– Die Medizin der schwarzen Götte / Teil 2

– Künstlerportäts Afrika

– Made in Africa

– Togo im Tanz

– Voodoo – Die Magier der Erde

– Das Voodoo-Tagebuch